Einleitung
Wundpflege (Wundmanagement) umfasst die systematische Betreuung von akuten und chronischen Wunden: Anamnese und Wundanalyse, passende Lokaltherapie, Verbandwechsel, Dokumentation und Nachsorge. Ziel ist Heilung, Infektionsschutz, Schmerzlinderung und Wiederherstellung der Lebensqualität.
Ziele & Grundprinzipien der Wundpflege
Wichtige Ziele
- Infektionsvermeidung und – falls vorhanden – effektive Behandlung.
- Herstellung eines feuchten, sauberen Wundmilieus (Wundbettvorbereitung).
- Schmerzmanagement und Verbesserung der Mobilität/Alltagskompetenz.
- Dokumentation und Verlaufskontrolle zur Qualitätssicherung.
Häufige Wundarten
- Akute Wunden: Schnitt-, Schürf- oder Operationswunden.
- Chronische Wunden: z. B. venöse Ulzera, arterielle Wunden, diabetisches Fußsyndrom, Dekubitus (Druckgeschwür).
- Postoperative oder traumatische Wunden.
Therapien & Maßnahmen (Übersicht)
- Wundreinigung und ggf. Débridement (Entfernen abgestorbener Bereiche).
- Auswahl moderner Wundauflagen (Hydrokolloide, Schaumverbände, Alginate etc.).
- Kompressionstherapie bei venösen Wunden.
- Druckentlastung und Lagerungsmaßnahmen bei Dekubitus.
- Vakuumtherapie (NPWT) bei ausgewählten Fällen.
- Systemische Behandlung bei Infektionen (ärztlich veranlasst).
- Begleitmaßnahmen: Schmerztherapie, Ernährungstherapie, Blutzuckerkontrolle.
Wundpflege zuhause — praktische Tipps für Patient*innen & Angehörige
Vor dem Verbandwechsel
- Hände gründlich waschen; sterile Materialien verwenden, wie vom Team erklärt.
- Arbeitsplatz sauber und gut beleuchtet vorbereiten.
- Notizen/Foto für die Dokumentation bereit halten (Datum, Exsudat, Geruch, Ränder).
Während der Pflege
- Sanft und ruhig arbeiten; das Gesicht und den Patienten informieren.
- Nur Maßnahmen durchführen, die Ihnen gezeigt wurden. Bei Unsicherheit abbrechen und fachlich rückfragen.
Warnzeichen (bei Auftreten → ärztlich/fachlich prüfen)
Zunehmende Rötung, Schwellung, Wärme, starke Schmerzen, übelriechender oder eitriger Ausfluss, Fieber oder rasche Verschlechterung.
Ablauf einer professionellen Wundtherapie
- Aufnahme & Anamnese (Begleiterkrankungen, Medikation).
- Wundanalyse (Größe, Tiefe, Beläge, Exsudat, Schmerz).
- Therapieplan (Lokaltherapie, evtl. Kompression, OP-Optionen).
- Umsetzung und regelmäßige Verlaufskontrollen.
- Dokumentation & Übergabe an Haus-/Pflegekräfte oder Angehörige.
Wann sollten Sie dringend Hilfe suchen?
- Starke Blutung, akute Verschlechterung der Wunde, Fieber oder systemische Zeichen.
- Neu auftretende, stark ausbreitende Rötungen oder unerträgliche Schmerzen.
- Wenn die Wunde sich deutlich vergrößert oder der Zustand rasch schlechter wird.
Kooperation & interdisziplinäre Versorgung
Gute Wundversorgung bedeutet: Ärztinnen, Wundexpertinnen, Pflegekräfte, ggf. Orthopädietechniker und Physiotherapie arbeiten zusammen. Für komplexe Fälle sind spezialisierte Wundzentren sinnvoll.


