Einleitung
Patientinnen, Patienten und Angehörige finden hier verständliche Informationen zur Symptomatik, häufigen Ursachen und ersten Handlungsschritten bei Wunden — speziell im Bereich Homecare und Wundmanagement. Die Seite erklärt, wie sich akute und chronische Wunden unterscheiden, welche Erkrankungen dahinterstecken können und wann Sie professionelle Hilfe benötigen. AWMF Leitlinienregister
Was bedeutet „akut“ vs. „chronisch“?
Akute Wunden
Akute Wunden entstehen plötzlich durch Verletzungen (z. B. Schnitt, OP, Brand). Sie zeigen meist rasch typische Heilungszeichen (Schmerz, Rötung, Wundverschluss) und verheilen bei richtiger Versorgung innerhalb weniger Wochen.
Chronische Wunden — wann spricht man davon?
Eine Wunde gilt in der Regel als chronisch, wenn sie trotz adäquater Versorgung über längere Zeit nicht abheilt (häufig als Grenze werden etwa 8 Wochen genannt). Chronische Wunden benötigen oft eine gezielte Abklärung der zugrunde liegenden Ursachen und eine interdisziplinäre Betreuung. AWMF Leitlinienregister+1
Häufige Ursachen von nicht heilenden Wunden
Venöse Ursachen (z. B. „offenes Bein“)
Venenprobleme (chronische venöse Insuffizienz) führen häufig zu Schwellung, Hautveränderungen und schließlich zu venösen Ulzera, besonders an den Unterschenkeln. Kompressionstherapie und Ödemmanagement sind hier zentrale Maßnahmen. AWMF Leitlinienregister
Arterielle Durchblutungsstörungen
Bei insuffizienter arterieller Durchblutung (z. B. bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit) fehlt dem Gewebe Sauerstoff — Wunden heilen schlecht oder gar nicht. Gefäßmedizinische Abklärung kann die Heilungschancen deutlich verbessern. AWMF Leitlinienregister
Diabetes und das diabetische Fußsyndrom
Bei Diabetes können Nervenschäden (Neuropathie) und Durchblutungsstörungen entstehen — beides erhöht das Risiko für Fußulzera und schwere Infektionen. Die diabetische Fußproblematik ist häufig und erfordert frühe, spezialisierte Versorgung, um Amputationen zu vermeiden. Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V.+1
Druckgeschwüre (Dekubitus)
Langanhaltender Druck auf bestimmte Hautstellen (z. B. bei Bettlägerigkeit) provoziert Gewebeschäden bis hin zu offenen Druckulzera. Prävention (Lagerung, Druckentlastung, Hautpflege) ist besonders wichtig in der häuslichen Pflege. Apotheken Umschau+1
Erstmaßnahmen zuhause (Homecare-geeignet)Typische Symptome, die auf Probleme hinweisen
Was Angehörige und Patienten sofort tun können
- Sichtbare Verschlechterung → sofort ärztlich vorstellen.
Für die tägliche Wundpflege empfiehlt sich die Abstimmung mit der Pflegefachkraft bzw. Hausärztin / dem Hausarzt. AWMF Leitlinienregister+1
Saubere Handschuhe anziehen oder Hände gründlich waschen.
- Wunde, falls blutend, mit sauberem Verbandmaterial leicht komprimieren.
- Keine ungeeigneten Hausmittel (z. B. unverdünnte Desinfektionsmittel auf tiefen Wunden) ohne Rücksprache anwenden.
Wann muss eine Fachklinik oder Wundambulanz eingeschaltet werden?
Hinweise für die Entscheidung
- Wunde heilt nicht innerhalb erwarteter Zeit (→ chronisch).
- Zeichen einer lokalen oder systemischen Infektion.
- Diabetische Patienten mit Fußwunden oder Sensibilitätsstörungen.
- Durchblutungsstörungen oder starke Schmerzen.
Frühzeitige Überweisung an spezialisierte Wundteams verbessert Heilungschancen und reduziert Komplikationen. Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V.+1
Unterstützende Therapien & Hilfsmittel im Homecare-Setting
Mögliche Maßnahmen (je nach Ursache)
- Kompressionstherapie bei venösen Ulzera.
- Druckentlastungssysteme (Matratzen, Lagerungshilfen) bei Dekubitus-Risiko.
- Diabetisches Fußmanagement (regelmäßige Kontrolle, Schuhversorgung).
- Moderne Wundauflagen, ggf. feuchte Wundheilung, lokale Antiseptika/therapeutische Verfahren nach ärztlicher Empfehlung. AWMF Leitlinienregister+1


