Einleitung
Palliativversorgung begleitet Menschen mit einer fortgeschrittenen, nicht heilbaren Erkrankung und ihre Angehörigen.
Ziel ist nicht die Heilung, sondern die bestmögliche Lebensqualität durch Linderung von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und anderen belastenden Symptomen.
Zudem bietet sie psychosoziale und spirituelle Unterstützung für Patientinnen, Patienten und deren Umfeld.
Kurze Definition
Palliativversorgung ist eine ganzheitliche, interdisziplinäre Betreuung, die körperliche Beschwerden lindert und zugleich seelische, soziale und spirituelle Bedürfnisse berücksichtigt – sowohl des Patienten als auch der Angehörigen.
Für wen ist Palliativversorgung gedacht?
Sie richtet sich an Menschen mit fortgeschrittenen, lebensbegrenzenden Erkrankungen jeden Alters – unabhängig von der Diagnose.
Auch für Kinder und Jugendliche gibt es spezialisierte palliative Angebote. Angehörige werden aktiv einbezogen und unterstützt.
Ziele der Palliativversorgung
- Linderung von Schmerzen und Symptomen
- Erhalt von Lebensqualität und Selbstbestimmung
- Psychosoziale und seelsorgerische Unterstützung für Patient und Angehörige
- Begleitung in der letzten Lebensphase und darüber hinaus (Trauerbegleitung)
Diese Ziele sind in allen Leitlinien der Fachgesellschaften klar definiert (dgpalliativmedizin.de).
Welche Versorgungsformen gibt es?
Allgemeine und spezialisierte Palliativversorgung
Es wird zwischen allgemeiner Palliativversorgung (z. B. durch Hausärztinnen, Pflegedienste, Pflegeheime) und spezialisierter ambulanter Palliativversorgung (SAPV) unterschieden, die eine intensivere, fachlich spezialisierte Betreuung sicherstellt.
Ambulante Palliativversorgung
Viele Betroffene möchten zu Hause bleiben.
Die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) ermöglicht eine fachärztlich betreute Versorgung im vertrauten Umfeld – rund um die Uhr erreichbar.
Stationäre Palliativversorgung und Hospize
Ist die Betreuung zu Hause nicht möglich, bieten Palliativstationen in Krankenhäusern und stationäre Hospize eine würdevolle Umgebung mit medizinischer, pflegerischer und psychosozialer Begleitung (dhpv.de).
Wer gehört zum Palliativteam?
Palliativversorgung ist Teamarbeit.
Zum interdisziplinären Team gehören Ärztinnen und Ärzte (Haus- und Fachärzte), Pflegefachkräfte, Schmerztherapeutinnen, Psychologinnen, Sozialarbeiter, Seelsorger sowie ggf. Physiotherapeutinnen und ambulante Hospizdienste.
Auch Angehörige werden als Teil des Teams verstanden und in Entscheidungen einbezogen.
Rechte, Kosten und Ansprüche
Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf Leistungen der Palliativ- und Hospizversorgung.
Krankenkassen unterstützen bei der Auswahl und übernehmen die Kosten für ärztliche und pflegerische Leistungen – insbesondere für die SAPV, wenn die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind.
Praktische Schritte für Patientinnen, Patienten und Angehörige
- Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf Palliativangebote an.
- Informieren Sie sich über spezialisierte Dienste (SAPV, Hospize, Palliativstationen).
- Klären Sie rechtzeitig Vorsorgedokumente wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.
- Nutzen Sie regionale Beratungsstellen, Hospizdienste und Selbsthilfegruppen.
